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Klärung von Fragen zum Pflegeuniversum
Die Umstellung auf  die  fünf Pflegegrade Die Umstellung von den d rei Pflegestufen auf  die  fünf  Pflegegrade erfolgt v ermutlich nach folgendem  Modell /Kurzform .  Unter die Rubrik “eingeschränkte Alltagskompetenz” fallen  dann noch  vor allem Demenzkranke , da gilt  in etwa normaler  Pflegegrad nach Pflege bedarf plus ein  Pflegegrad mehr  -  h ier aber nicht gelistet. Pflegestufe   Soll ab 20 1 7 geplanter  Pflegegrad   sein   0   Pflegegrad   2   1   Pflegegrad   2   2   Pflegegrad   3   3   Pflegegrad   4   3+   Pflegegrad   5 Muss die Diagnose auf das Krankengymnastik - Rezept? (GKV - Gesetzliche Krankenversicherung) Ist Krankengymnastik nun ein Heil - oder  Hilfsmittel? (Krankengymnastik und Physiotherapie sind übrigens das Gleiche, nur deutsch  und international bezeichnet) Sie müssen dort natürlich auch bei den  Verordnungen zwischen Heil - und  Hilfsmittel unterscheiden (das ist aber Krankenversicherungsgrundwissen, diesen  Fehler (Verwechselung Heil - Hilfsmittel und Rezeptpflicht dazu) kann es in der  GKV/PKV und bei Ärzten eigentlich nicht geben. Wenn das aber doch einmal  verwechselt wird, kann man von diesem Grundsatz her immer erst einmal Absicht  unterstellen). Hilfsmittel sind sämtlich im Hilfsmittelverzeichnis aufgelistet, die  Krankengymnastik/Physiotherapie gehört aber  nicht(!) dazu. Grundsätzlich gehört nämlic h einzig auf jedes Hilfsmittel - Rezept eine  Arztverordnung: Für Hilfsmittel bestimmt § 7 Abs. 2 der Hilfsmittel - Richtlinie, dass die Diagnose  auf dem Rezept anzugeben ist. Dort heißt es:  § 7 Inhalt der Verordnung (1) 1 Die Vertragsärztinnen und Vertragsär zte sind gehalten, die Verordnung von  Hilfsmitteln sorgfältig und leserlich auszustellen.  2 Die Verordnungen sind auf  den vereinbarten Vordruckmustern vorzunehmen. 3 Die Vordrucke müssen  vollständig ausgefüllt werden. 4 Die Verwendung von Stempeln, Aufkle bern u. ä.  ist nicht zulässig.  (2) 1 In der Verordnung ist das Hilfsmittel so eindeutig wie möglich zu  bezeichnen, ferner sind alle für die individuelle Versorgung oder Therapie  erforderlichen Einzelangaben zu machen. 2 Die Vertragsärztin oder der  Vertrag sarzt soll deshalb unter Nennung der Diagnose und des Datums  insbesondere  - die Bezeichnung des Hilfsmittels nach Maßgabe des  Hilfsmittelverzeichnisses (soweit dort aufgeführt),  - die Anzahl und  - ggf. Hinweise  (z. B. über Zweckbestimmung, Art der Herstell ung, Material, Abmessungen), die  eine funktionsgerechte Anfertigung, Zurichtung oder Abänderung durch den  Leistungserbringer gewährleisten, angeben. 3 Ggf. sind die notwendigen Angaben  der Verordnung gesondert beizufügen.  (3) 1 Bei der Verordnung eines Hi lfsmittels, das im Hilfsmittelverzeichnis  aufgeführt ist, kann entweder die Produktart entsprechend dem  Hilfsmittelverzeichnis genannt oder die 7 - stellige Positionsnummer angegeben  werden. 2 Das Einzelprodukt (bezeichnet durch die 10 - stellige Positionsnumm er)  wird grundsätzlich vom Leistungserbringer nach Maßgabe der mit den  Krankenkassen abgeschlossenen Verträge zur wirtschaftlichen Versorgung mit der oder dem Versicherten ausgewählt. 3 Hält es die verordnende Ärztin oder der  verordnende Arzt für erforderl ich, ein spezielles Hilfsmittel einzusetzen, so bleibt  es ihr oder ihm freigestellt, in diesen Fällen unter Verwendung der 10 - stelligen  Positionsnummer eine spezifische Einzelproduktverordnung durchzuführen. 4  Eine entsprechende Begründung ist erforderlich . 5 Satz 4 gilt für die Verordnung  von Hilfsmitteln, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind,  entsprechend.  (4) Änderungen und Ergänzungen der Verordnung von Hilfsmitteln bedürfen  einer erneuten Arztunterschrift mit Datumsangabe.  (5) Für die  Verordnung von Sehhilfen (Abschnitt B) und Hörhilfen (Abschnitt C)  gelten Besonderheiten.? (Hilfsmittel - Richtlinie Stand: 17. Juli 2014) ABER: Dass die Physiotherapie ein Heilmittel ist, ergibt sich aus dem Heilmittelkatalog,  zweiter Teil, Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen, Teil I. A Maßnahmen der  Physikalischen Therapie Für Heilmittel bestimmt § 2 Arzneimittelverschreibungsverordnung, was alles in  dem Rezept festgehalten werden muss. Dort heißt es: § 2   (1) Die Verschreibung muss enthalten:  1. Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis oder der  Klinik der verschreibenden  ärztlichen,  tierärztlichen oder zahnärztlichen  Person (verschreibende Person) einschließlich  einer Telefonnummer zur  Kontaktaufnahme,  2. Datum der Ausfertigu ng,   3. Name und Geburtsdatum der Person, für die das Arzneimittel bestimmt  ist,   4. Bezeichnung des Fertigarzneimittels oder des Wirkstoffes einschließlich  der Stärke,  4a.         bei einem Arzneimittel, das in der Apotheke hergestellt werden soll, die  Zusammensetzung  nach Art und Menge oder die Bezeichnung des Fertigarzneimittels, von  dem Teilmengen  abgegeben werden  sollen, 5. Darreichungsform, sofer n dazu die Bezeichnung nach Nummer 4 oder  Nummer 4a nicht  eindeutig ist,   6. abzugebende Menge des verschriebenen Arzneimittels,   7. Gebrauchsanweisung bei Arzneimitteln, die in der Apotheke hergestellt  werden sollen, 8. Gültigkeitsdauer der Verschrei bung, In der vorbenannten, zutreffenden Bestimmung wird die Aufnahme der Diagnose  also nicht gefordert! Andere Bestimmungen, die dieses Erfordernis auf dem Rezept vorschreiben gibt  es nicht. Insbesondere kann nicht auf § 302 SGB V zurückgegriffen werden, da dieser lediglich die Angabe der Diagnose bei der Abrechnung zwischen den  Leistungsträgern betrifft und nicht ausdrücklich Bezug auf das Rezept nimmt. Die Kombileistung Die Kombileistung ist bei den Gesellschaften sehr unbeliebt, d.h.  Pflegedienst und pflegende Privatperson erhalten im  Verhältnis  d as  Geld. Diese bedeutet nämlich Zeit - /Rechenaufwand und  finanziellen Aufwand. Wird beides  – also Sachleistung (Pflegedienst) und  Pflegegeld ( /familiäre  P flege ) – in Anspruch genommen, wird von einer  Kombileistung gesprochen. (Also eine Kombination aus  Geldleistung und Sachleistung). Dies ist dann der Fall, wenn das  zustehende Geld der Sachleistung nicht aufgebraucht wird. Aus  dem restlichen noch zusteh enden Geld erhalten die Angehörigen  einen prozentualen Anteil als Pflegegeld für die häusliche private  Pflege. Anhand eines Beispiels möchte ich die Berechnung der  Kombinationsleistung veranschaulichen. Herr  Beispiel  hat  Pflegestufe II und wird zu Hause  von seiner Ehefrau gepflegt.  Zusätzlich wird ein Pflegedienst in Anspruch genommen. Herrn  Beispiel steht somit eine  Pflegesachleistung (für die Leistungen des Pflegedienstes)  in Höhe von 1.100 Euro oder ein  Pflegegeld (Aufwandsentschädigung für die ihn pflegende  Ehefrau) in Höhe von 440 Euro zu  oder er  entscheidet sich für einen Mix aus Sachleistung und  Pflegegeld (also Kombileistung) Herr und Frau  Beispiel  haben sich entschieden, die Kombinationsleistung in Anspruch zu nehmen. Die  Abrechnung sieht dann folgendermaßen aus: Der Pflegedienst hat (zum Beispiel) eine Rechnung über  770 Euro geschickt. Dies entspricht 70 % der Familie  Beispielzustehenden  Pflegesachleistung in Höhe von  1.100 Euro. Somit bleiben noch 30 % für Pflegegeld übrig.  Diese 30 % errechnen sich jedoch nicht aus dem Betrag  der Sachleistung, sondern aus dem Betrag des Pflegegeldes  in Höhe von 440 Euro.  Also 30 % von 440 Euro  sind 132 Euro.  D as  bedeutet : Die Rechnung des Pfle gedienstes mit 770  Euro wird in voller Höhe übernommen, die Ehegattin  bekommt für ihre Leistung in der häuslich en Pflege 132  Euro.
Foto: Andreas Hermsdorf, by Pixelio (kostenlos)